Die Fundstelle Grube-Rosenfelde

"Das wahrscheinlich königliche Schiffsgrab von Sutton Hoo liegt in der Nähe der Stadt Woodbridge, Suffolk im ostenglichen East Anglia. Es ist eines von mehreren Hügelgräbern am Ufer des Flusses Deben. Ausgegraben wurde die Fundstelle in mehreren Etappen im Jahre 1939 von den Archäologen Basil Brown, anschließend von Charles Phillips und später ab 1965 bis 1971 von Rupert Bruce-Mitford. Spätere Nachforschungen in der gesamten Nekropole, in den Jahren 1983 bis 1992 und 2000, folgten...


Von den Fundstücken dieser Ausgrabung ist der Helm wohl eines der interessantesten und auch bekanntesten. Daher wurde er von Rotharis als erstes exemplarisches Beispiel gewählt, um die Kombination aus wissenschaftlicher Arbeit und qualitativ hoher Darstellung zu demonstrieren."
Sascha Demant

Erfassung vorhandener Quellen, Recherche und Vergleiche

Die Fundstelle Rosenfelde wurde im Jahr 2010 im Rahmen einer Magisterarbeit umfassend bearbeitet (Ina-Isabelle Fehr, siehe Literaturverzeichnis unten). Dabei konnte anhand des großflächigen Ausgrabungsbefundes schon eine mögliche Ausgangssituation heraus gestellt und interpretiert werden. Berücksichtigt wurden auch Verteilungsmuster, eingemessene Einzelfunde und Höhen sowie die Profile, was zusammen eine mögliche Ausdehnung und flächige Rekonstruktion des temporären Siedlungsplatzes ergab. Schwierig gestaltete sich das Aufgehende, da hierfür keine genauen Bodenbefunde zur Verfügung standen bzw. es nur liegende Hölzer gab.

Deswegen musste im weiteren Verfahren auf Vergleichsfunde gesetzt werden, die durch die Literatur-/Internetrecherche gefunden wurden. Beachtet wurden die mesolithische-/endmesolithische Datierung, mögliche statische Bautechniken, aber auch rezente Siedlungsbedingungen (siehe Literaturverzeichnis). Die Landschaft mit der Botanik und Ufergrenzen zeigten die während der Ausgrabung entnommenen und untersuchten Sedimentproben und die Stratigraphie an.

Digitalisierung der Aufzeichnungen

Grundlage der Auswertung waren die Aufzeichnungen der rund 160 m² großen Ausgrabungen 2001 und 2003 auf Millimeterpapier. Diese lagen im Maßstab 1:10 bereits eingescannt vor. Sie wurden verbunden und entzerrt und lagen anschließend mit einer Genauigkeit von einem Pixel pro realem Millimeter vor. (Bild links)

Die zweidimensionalen Koordinaten (x,y) der Zeichnung wurden anschließend manuell in einem hauseigenen Tool (Bild rechts) zusammen mit der schriftlichen Information über die Höhe (z) erfasst und lieferten damit die Verortung im dreidimensionalen Raum. Neben den Ausgrabungsgrenzen und diversen Höhenangaben wurden somit auch die Fundstellen positioniert.

Quelle / Zeichnung der Ausgrabung Grube-Rosenfelde: Archäologisches Landesmuseum Schloss Gottorf / Ausgrabung Sönke Hartz

Rekonstruktion der Fangstation

Die Daten wurden automatisiert in Blender importiert. Zur nochmaligen Überprüfung wurde die Millimeterzeichnung als Textur verwendet (Bild links). Bevor eine weitreichende Rekonstruktion und aufwendige Bearbeitung der endgültigen Szene begonnen wurde, gab es eine Abstimmung mit dem Ausgräber Söntke Hartz. Für diese Abstimmung wurde zuvor eine „dreidimensionale Skizze“ (Bild rechts) erstellt.


Literaturverzeichnis

Archäologisches Landesmuseum Schloss Gottorf

Archäologisches Landesmuseum der Christian-Albrechts-Universität (Hrsg.): Steinzeitliche Jäger in Schleswig-Holstein (Schleswig 1998).

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Jørgen Jensen: Danmarks Oldtid. Stenalder 13.000-2.000 f. Kr. (København 2006).

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