Die Sutton Hoo Schiffsbestattung

Von den Fundstücken der Ausgrabung aus England ist dieser Helm aus dem 7 Jahrhundert wohl eines der interessantesten und auch bekanntesten. Daher wurde er von Rotharis als erstes exemplarisches Beispiel gewählt, um die Kombination aus wissenschaftlicher Arbeit und qualitativ hoher Darstellung zu demonstrieren.

Auf Grundlage des Fundstückes und unseren Recherchen wurde dieser photorealistische 3D-Helm komplett am Rechner erstellt. Anschließend wurde daraus ein optimiertes Modell kreiert, mit dem eine interaktive frei drehbare Szene möglich ist. Auf unserer Startseite ist außerdem der Helm sich drehend als Film zu sehen. Dieser Film wurde ebenfalls mit der 3D-Software und dem hochauflösenden Modell erstellt.

Weiter unten auf dieser Seite, unter dem Punkt "Historischer Hintergund", finden Sie neben einigen historischen Details auch eine Aufnahme des Originalhelms aus dem britischen Museum, der neben anderen Quellen als Vorbild für unsere Arbeit diente.


Historischer Hintergrund

Das wahrscheinlich königliche Schiffsgrab von Sutton Hoo liegt in der Nähe der Stadt Woodbridge, Suffolk im ostenglichen East Anglia. Es ist eines von mehreren Hügelgräbern am Ufer des Flusses Deben. Ausgegraben wurde die Fundstelle in mehreren Etappen im Jahre 1939 von den Archäologen Basil Brown, anschließend von Charles Phillips und später ab 1965 bis 1971 von Rupert Bruce-Mitford. Spätere Nachforschungen in der gesamten Nekropole, in den Jahren 1983 bis 1992 und 2000, folgten.

Die bis dato ungestörte Fundstelle erbrachte innerhalb des Schiffes eine umfangreiche, fürstliche Ausstattung zu Tage, wobei die Funde unterschiedlichste Einflüsse aufweisen. Sie reichten von fränkischen Münzen, byzantinischen Schalen bis hin zu einer reich verzierten Kriegerausrüstung mit Helm, Schwert und Kettenhemd vendelzeitlicher (550 – 800 n. Chr.), schwedischer Machart. Typologie und Münzdatierung verweisen genauer in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts.

Die Datierung dieses aufwendigen, reichen Hügelgrabes in Verbindung mit den Schriftquellen und der dortigen Erwähnung früher englischer Könige (Historia ecclesiastica gentis Anglorum, dt. Kirchengeschichte des englischen Volkes von Beda Venerabilis, 672/673-735 n. Chr.), ermöglichte die Zuordnung dieses Grabes als letzte Begräbnisstätte des damaligen Warlords dieses Gebietes: Rædwald (gest. 624/625 n. Chr.). Die Zuordnung ist umstritten, da keine Spuren einer Leiche gefunden wurden. Dies könnte aber an der sauren Bodenbeschaffenheit liegen, die den Körper vergehen ließ.

(zusammengefasst nach Martin Carver, Steven J. Plunkett, u.a., siehe Literaturverzeichnis)





Links sehen Sie eine Originalaufnahme des gefundenen Helms aus dem britischen Museum.


Literaturverzeichnis

Angela Care Evans: The Sutton Hoo Ship Burial (London 1986).

Martin Carver: Sutton Hoo. Burial Ground of Kings? British Museum Press (London 1998).

Martin Carver: Sutton Hoo. A seventh-century princely burial ground and its context. British Museum Press (London 2005).

Catherine Hills: Die angelsächsische Besiedlung Englands. In: D. M. Wilson (Hrsg.), Die Geschichte der nordischen Völker. Die Welt der Germanen, Kelten, Wikinger und Slawen 400-1100 n. Chr. (München 2003), 71-93.

Steven J. Plunkett: Sutton Hoo, Suffolk. Published by the National Trust (London 2002).

Kelly Wickham-Crowley: The Birds oft he Sutton Hoo Instrument. In: R. Farrell u. C. Newman de Vegvar (Hrsg.), Sutton Hoo: Fifty Years after. American early medieval Studies 2 (Hamilton 1992), 43-62.

www.britishmuseum.org (9.6.2014)

www.nationaltrust.org.uk (9.6.2014)

culturalinstitute/exhibit/sutton-hoo-anglo-saxon-ship-burial/ (9.6.2014)